Streckmetallfilter

Robuste Barriere für grobe Verunreinigungen

In der Gießereitechnik sind Streckmetallfilter die erste Wahl, wenn es um eine besonders stabile und druckresistente Filtration geht. Durch ihre einzigartige Herstellung – das Einschneiden und gleichzeitige Strecken von Metallplatten – entsteht ein einteiliges Gitter ohne Schweißpunkte oder Verwebungen, das selbst unter hoher mechanischer Last formstabil bleibt.

Einsatzzweck und Funktion

Streckmetallfilter finden ihre Hauptanwendung im Sandguss sowie im Kokillenguss, insbesondere bei großvolumigen Bauteilen. Sie werden häufig als Primärfilter eingesetzt, um grobe Schlacken, Ausmauerungsreste oder Formstoff-Einschlüsse effektiv abzufangen.

Aufgrund ihrer hohen Steifigkeit werden sie oft in vertikalen Formteilungen oder in Bereichen mit hoher Strömungsgeschwindigkeit platziert, in denen weichere Gewebefilter deformiert werden könnten. Zudem dienen sie hervorragend als Stützgitter für feinere Filtermedien in komplexen Angusssystemen.

Vorteile

Maximale Stabilität: Verzieht sich nicht unter dem Druck der einströmenden Schmelze.


Optimale Geometrie: Die schrägen Stege des Streckmetalls wirken wie kleine Leitbleche und beruhigen die Strömung.


Einteilige Struktur: Keine losen Drähte oder Maschenverschiebung möglich.


Hohe Durchflussrate: Bietet ein exzellentes Verhältnis von freiem Querschnitt zu Stabilität.

Nachteile

Geringere Filterfeinheit: Primär für die Grobfiltration geeignet; feinste Oxide passieren das Gitter.


Eisenaufnahme-Risiko: Ohne hochwertige Beschichtung besteht die Gefahr der Al-Fe-Reaktion.


Gewicht: Schwerer als Glasfaser- oder Metalldrahtgewebe.


Flexibilität: Weniger biegsam als Gewebefilter, erfordert präzise Zuschnitte.

Experten-FAQ: Streckmetallfilter in der Gießereipraxis

Streckmetall besteht aus einem festen Verbund. Während sich bei Gewebefiltern unter hohem Druck einzelne Drähte verschieben können (Maschenverzug), bleibt die Öffnungsweite beim Streckmetall absolut konstant. Das garantiert eine reproduzierbare Filterleistung über den gesamten Gießvorgang.

Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Die herstellungsbedingt leicht schräg stehenden Stege des Streckmetalls wirken wie ein Gleichrichter. Sie brechen die kinetische Energie der Schmelze und fördern eine laminare Formfüllung.

Ja, unbedingt. Da diese Filter meist aus Stahlblech gefertigt werden, ist eine hochwertige Schutzbeschichtung (Schlichte) essenziell. Sie verhindert, dass sich das Eisen im flüssigen Aluminium löst, was besonders bei kritischen Legierungen die Sprödigkeit erhöhen würde.

Streckmetall wird über die sogenannte Maschenlänge und -breite sowie die Stegdicke definiert. Für den Aluminiumguss sind Öffnungen im Bereich von 2 mm bis 5 mm üblich, je nachdem, wie viel "Schluckvermögen" das Angusssystem benötigt.

Aufgrund der Materialstärke ist das manuelle Zuschneiden im Vergleich zu Glasfaser schwierig. Wir empfehlen die Bestellung passgenauer Formteile, die mittels Stanzen gratfrei hergestellt werden, um keine losen Metallpartikel in die Form einzuschleppen.

Streckmetallfilter haben eine gute thermische Leitfähigkeit. Sie führen dazu, dass die Schmelze im Anschnittbereich kontrolliert erstarrt. Nach dem Ausleeren der Form lassen sie sich durch ihre Robustheit leicht identifizieren und vom Kreislaufmaterial trennen.

Ja, gerade dort werden sie oft als mechanischer Schutz eingesetzt, um zu verhindern, dass grobe Verunreinigungen aus dem Warmhalteofen in das Steigrohr oder die Kokille gelangen. Ihre Formsteifigkeit ist hier ein entscheidender Sicherheitsfaktor.