Keramikschaumfilter
High-End-Filtration für höchste Gussqualität
Wenn es um die Vermeidung von Ausschuss und die Erzielung maximaler Gefügehomogenität geht, sind Keramikschaumfilter (CFF – Ceramic Foam Filter) die technologische Speerspitze. Im Gegensatz zu einfachen Siebfiltern ermöglichen sie eine dreidimensionale Tiefenfiltration, die selbst mikroskopisch kleine Verunreinigungen sicher aus der Schmelze entfernt.
Einsatzzweck und Funktion
Keramikschaumfilter werden bevorzugt im hochwertigen Sandguss, Kokillenguss und Feinguss eingesetzt, insbesondere bei Sicherheitsbauteilen für die Automobilindustrie oder Luftfahrt.
Siebeffekt: Grobe Partikel werden an der Oberfläche gestoppt.
Filterkuchenbildung: Abgeschiedene Partikel wirken selbst als Filter für nachfolgende Verunreinigungen.
Tiefenfiltration: Durch die labyrinthartige Porenstruktur werden kleinste Einschlüsse durch Adhäsion an den Innenwänden des Filters gebunden. Zudem wird die Schmelze extrem beruhigt, was die Oxidation nach dem Filter fast vollständig eliminiert.
Unsere Lösungen
Artikel 1
Artikel 2
Artikel 3
Artikel 4
Vorteile
Höchster Reinheitsgrad: Überlegene Abscheidung von feinsten Oxiden und Nichtmetallen durch 3D-Struktur.
Exzellente Strömungsberuhigung: Wandelt turbulente Strömungen hocheffizient in laminare Fließeigenschaften um.
Temperatur- & Erosionsbeständigkeit: Formstabil auch bei langen Gießzeiten und hohen Schmelzvolumina.
Keine Eisenaufnahme: Absolut neutral gegenüber der Aluminiumlegierung.
Nachteile
Kosten: Höherer Stückpreis im Vergleich zu Gewebefiltern.
Druckverlust: Erfordert eine höhere Anlaufhöhe (Metallstatik), um den Filterwiderstand zu überwinden.
Bruchgefahr: Keramik ist spröde; erfordert sorgfältiges Handling und exakte Passsitze in der Form.
Vorwärmung: Bei sehr kleinen Bauteilen kann ein „Einfrieren“ der Schmelze im kalten Filter auftreten.
Experten-FAQ: Keramikschaumfilter in der Gießereipraxis
PPI steht für Pores Per Inch. Gängige Werte im Aluminiumguss sind 10 bis 30 PPI. Je höher die Zahl, desto feiner die Poren und desto höher die Filterleistung – allerdings steigt damit auch der Fließwiderstand für das Metall.
Während Gewebefilter nur Partikel zurückhalten, die größer als die Maschenweite sind, fängt die 3D-Struktur der Keramik auch Partikel ein, die deutlich kleiner als die Poren selbst sind. Das ist entscheidend für Bauteile, die später hochglanzpoliert oder mechanisch hoch belastet werden.
Keramikschaumfilter müssen fest in den sogenannten Filtersitz eingelegt werden. Ein exakter Formschluss ist wichtig, damit die Schmelze nicht am Filter vorbeifließt (Bypass-Effekt) und der Auftrieb des flüssigen Metalls den Filter nicht aus seiner Position hebt.
Ja. Für Aluminium wird meist Siliziumkarbid (SiC) verwendet, da es eine hervorragende Thermoschockbeständigkeit aufweist. Für andere Metalle wie Stahl kommen Zirkonoxid- oder Aluminiumoxid-Filter zum Einsatz.
Ja, das ist sogar ein Zeichen seiner Funktion. Bei sehr stark verunreinigter Schmelze bildet sich ein Filterkuchen, der den Durchfluss stoppt. In diesem Fall muss entweder die Schmelzereinigung im Tiegel optimiert oder eine gröbere PPI-Stufe gewählt werden.
Sie müssen absolut trocken gelagert werden. Keramik ist porös und kann Feuchtigkeit ziehen. Wenn ein feuchter Filter mit heißer Schmelze in Kontakt kommt, drohen explosionsartige Dampfentwicklungen und Gussfehler.
Ein kalter Keramikfilter entzieht der ersten Schmelze Energie. Bei dünnwandigen Güssen sollte die Gießtemperatur daher ggf. um 5–10 °C angehoben werden, um sicherzustellen, dass die Schmelze den Filter beim Angießen zügig durchdringt.