Drahtgewebefilter

Präzision und Reinheit im Aluminiumguss

In der modernen Aluminiumgießerei ist die Schmelzequalität der entscheidende Faktor für die mechanischen Eigenschaften und die Oberflächengüte des Endprodukts. Drahtgewebefilter stellen hierbei eine bewährte, wirtschaftliche und hochflexible Lösung dar, um Nichtmetallische Einschlüsse (NME) sowie Oxide zuverlässig aus dem Gießstrom zu eliminieren.

Einsatzzweck und Funktion

Drahtgewebefilter werden primär im Niederdruck- und Kokillenguss sowie im Sandguss eingesetzt. Sie fungieren als mechanische Barriere im Angusssystem. Durch das präzise gewebte Maschennetz werden Partikel zurückgehalten, während gleichzeitig die Turbulenzen im einströmenden Metall reduziert werden. Dies führt zu einer beruhigten Formfüllung und minimiert die Gefahr von Lufteinschlüssen.

Vorteile

Kosteneffizienz: Deutlich günstiger als Keramik-Schaumfilter bei hohen Stückzahlen.


Flexibilität: Leicht zuschneidbar und formbar für individuelle Angusssysteme.


Geringer Platzbedarf: Sehr dünne Bauweise ermöglicht Integration in flache Formteilungen.


Robuste Handhabung: Bruchsicher im Vergleich zu spröden Keramikfiltern.

Nachteile

Filterfeinheit: Begrenzt auf die mechanische Maschenweite (keine Tiefenfiltration).


Temperaturlimit: Nur für Aluminium und Magnesium geeignet, nicht für Schwermetalle oder Stahl.


Reaktivität: Bei minderwertiger Beschichtung Gefahr von Reaktionen mit der Schmelze.


Druckverlust: Kann bei zu feiner Maschenwahl den Gießfluss merklich bremsen.

Experten-FAQ: Drahtgewebefilter in der Gießereipraxis

Drahtgewebefilter sind die erste Wahl, wenn es um Wirtschaftlichkeit und Platzersparnis geht. Sie sind nahezu bruchunempfindlich und lassen sich exakt auf die Geometrie Ihres Angusssystems zuschneiden, was sie besonders flexibel im Sand- und Kokillenguss macht.

Die Beschichtung (meist spezialisierte Schlichten) schützt den Stahldraht vor dem Angriff der aggressiven Aluminiumschmelze. Ohne hochwertige Beschichtung könnte Eisen in die Schmelze diffundieren (Fe-Aufnahme), was die Legierungseigenschaften negativ beeinflusst.

Indirekt ja. Zwar filtern sie gelösten Wasserstoff nicht chemisch aus, aber durch die Laminarisierung des Gießstroms verhindern sie, dass beim Gießen zusätzliche Luft untergewirbelt wird, was die effektive Porosität im Bauteil senkt.

Im klassischen Kaltkammer-Druckguss sind sie aufgrund der extrem hohen Einströmgeschwindigkeiten und Drücke meist überfordert. Ihr Hauptfeld liegt im Schwerkraft- und Niederdruckguss, wo sie ihre Stärken voll ausspielen können.

Die Maschenweite ist ein Kompromiss aus Reinheitsgrad und Gießgeschwindigkeit. Eine Maschenweite von 0,5 mm bis 1,5 mm ist Standard. Kleinere Maschen filtern besser, erhöhen aber das Risiko eines vorzeitigen „Zusetzens“ und verlangsamen die Formfüllung.

Ja, sie sind universell einsetzbar. Besonders bei siliziumreichen Legierungen (AlSi-Guss) helfen sie, die oft auftretenden harten Oxid-Häute effektiv zurückzuhalten, bevor diese in die Kavität gelangen.

Durch den Einsatz von Filtern direkt am Anguss bleibt der Schmutz im Anschnittsystem zurück. Das bedeutet, dass Ihr Kreislaufmaterial (Angüsse, Speiser) sauberer bleibt, was die notwendige Schmelzereinigung beim Wiedereinschmelzen reduziert.